Decolonize Deutschland!

25.2.2015        Pressemitteilung des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB), des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland und solidarischer NGO

Decolonize Deutschland!

Zentrale Abschlussveranstaltungen zum 130jährigen Gedenken an die Berliner Afrika-Konferenz am 28. Februar in Berlin: Deutschlands afrikanische/Schwarze Community und solidarische Organisationen fordern symbolische und materielle Reparationen für Kolonialismus, Versklavung und rassistische Gewalt  

Heute vor 130 Jahren ging die vom deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck nach Berlin einberufene Kongo- oder Afrika-Konferenz (15.11.1884 -26.02.1885) zu Ende. Auf der Konferenz einigten sich das Deutsche Reich, die USA, das Osmanische Reich und europäische Mächte wie Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien und Schweden-Norwegen darauf, Afrika – wie einen Kuchen – aufzuteilen.

Moctar Kamara , Vorsitzender der Zentralrates der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, erklärt dazu: „Der 26. Februar wäre der Tag, an dem die Bundesregierung zur kritischen Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus und Rassismus beitragen könnte. Stattdessen fördert sie – vor allem mit ihrer Leugnung des Genozids an den Herero und Nama und der Kolonialverbrechen in Tansania, Ruanda, Togo und Kamerun – die kollektive Verdrängung der Kolonialgeschichte in diesem Land.“

Offener Brief an Herrn Dr. Phillip Lengsfeld – Betr. M-Strasse Berlin

Moctar Kamara
Vorsitzender
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
Berlin, 26.01.2015

An Herrn Dr. Philipp Lengsfeld
MdB,

Per Mail

Betr.: Ihre Stellungnahme vom 22.01.2015 bzgl. der Berliner M-Straße
Sehr geehrter Herr Dr. Philipp Lengsfeld,

als ich Ihre Stellungnahme bezüglich der Ansage der M-Straße durch Dieter Hallervorden im „Tagesspiegel“ gelesen habe, habe ich zuerst gedacht, Sie wären falsch zitiert worden. Ich habe dann Ihre Webseite besucht und das Original Ihrer Pressemitteilung gelesen. Zuerst eine kleine Richtigstellung: Herr Dieter Hallervorden wurde niemals von postkolonialen Aktivisten und Aktivisten der Schwarzen Community zum Verantwortlichen für den Namen M-Straße gemacht, wie Sie schreiben. Herr Hallervorden hat vor zwei Jahren die rassistische Praxis von Black Facing in seinem Theaterstück „Ich bin nicht Rappaport“ wiederbelebt. Für die afrikanische und Schwarze Community in Deutschland ist eine Person, die rassistische Klischees bzgl. Schwarzer Menschen verbreitet, noch weniger als jeder andere geeignet, einen diskriminierenden Straßennamen anzusagen. Es ist, als ob Herr Hallervorden nun auch noch einen Preis bekäme für seine fragwürdige Haltung bzgl. Black Facing

Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Herrn Prof. Winfried Stöcker

Pressemittteilung:
Berlin, 21.12.2014

Der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
stellt Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Herrn Prof. Winfried Stöcker

In einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ vom 18.12.2014 begründet Herrn Prof. Winfried Stöcker seine Absage des Benefizkonzerts zugunsten von Flüchtlingen wie folgt:

„In jedem Fall missbrauchen es [das Asylrecht] die Afrikaner, die ungebeten übers Mittelmeer zu uns gelangen. Ich würde sie sofort wieder nach Hause schicken, dann lassen die nächsten solche gefährlichen Bootstouren bleiben, und keiner ertrinkt mehr – die einzige wirksame Prävention, besser als ein Aufruf des Papstes. Die reisefreudigen Afrikaner sollen sich dafür einsetzen, dass der Lebensstandard in ihrem Afrika gehoben wird, anstelle bei uns betteln zu gehen. Jeder Mensch verdient Mildtätigkeit. Aber jeder Mensch muss auch seinen Pflichten nachkommen. Jedes Volk muss sich seiner Peiniger und Tyrannen selbst entledigen. Jeder wehrtaugliche Mann in Syrien muss seine Familie schützen (…).“

Weiter heißt es in seinen Begründungen u.a : „Die Menschen müssen sich trotzdem selbst organisieren und sich selbst helfen. Vor zwanzig Jahren haben sich in Ruanda die Neger millionenfach abgeschlachtet. Hätten wir die alle bei uns aufnehmen sollen?“
Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/sie-haben-kein-recht-sich-hier-festzusetzen-2997815.html

Zentralrat im Bundestag

Der Zentralrat hat im Rahmen von Kontaktpflege zu Politik, MdB Dr. Karamba Diaby SPD und Andreas Lämmel CDU besucht.

Dr. Diaby sprach mit dem Vorstand des Zentralrates über den Schwerpunkt seine Arbeit: Bürgerschaftliches Engagement und interkulturelle Öffnung. Der Vorstand unterhielt sich mit Dr. Diaby auch zu Themen Rassismus, Diskriminierung Rechtsextremismus aber auch Radikalismus und weiteren integrationsfeindlichen Aktivitäten. Dr. Diaby empfiehlt dem Vorstand, sich für mehr Menschenrechtsbildung und Demokratie zu befassen.

Das Treffen des Vorstandes des Zentralrates mit dem MdB Andreas Lämmel befasste sich mit entwicklungspolitischen Themen. Zentralpunkt der Unterredung war die Sicherheit. Dazu unterhielten sich der Vorstand und MdB Lämmel über mangelnde institutionelle und juristische Infrastruktur zum Schutz von Investitionen in Afrika, über Terroristische Bewegungen wie Boko Haram in Westafrika. Rohstoffsicherheit war auch Thema bei dem Treffen.

Erste Mitteilung

Endlich ist der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland amtlich. Zu der Gründungsversammlung scheute der Koordinator Dr. Jean Bollo keine Mühen, um alle afrikanische Dachverbände einzubeziehen. Dennoch konnten bedauerlicherweise, aus welchem Grund auch immer, nicht dabei sein. Nun ist die Zeit gekommen,  die Hacken zu spuren und gemeinsam die Felder zu bestellen.
Das Ziel des Zentralrats ist es, Interesse der afrikanischen Gemeinde auf Bundesebene zu vertreten und eine Lobby zu schaffen. Auf der Landesebene sollen die Landesverbände ihre bisherige erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Der Zentralrat ist bemüht, alle existierenden afrikanischen Dachverbände in seiner Arbeit einzubeziehen.

 

Mitglieder 2013

Mitgliedsorganisationen des Zentralrats der afrikanischen gemeine e.V.

  1. Afrika-Rat-Dachverband afrikanischer Vereine und Initiativen Berlin-Brandenburg e.V.
    2. Afrikanische Ökumenische Kirche e.V.
    3. Afrikaniches Samariterwerk e.V.
    4. Afrikanisches Wirtschaftsforum
    5. AFRO TV
    6. Amicale des Amis de La Mauritanie- Freundeskreis Mauretanien e.V.
    7. ANEE e. V. African Network for Education and Entertainment
    8. Association des Guinéens de Berlin e.V.
    9. Associaton des Ivoirien de Berlin e.V.
    10. BLACK FLOWERS e.V. Potsdam
    11. Deutscher Förderverein e. V.
    12. Egbe Omo Onduduwa e.V
    13. Ghanaian Community
    14. Global Afrikan Congress
    15. IAAH – Angolanische Antimilitarische Menscheninitiative e. V.
    16. Initiativ Oury Jalloh
    17. ISD – Berlin e.V.
    18. Joliba – Interkulturell Leben und Arbeiten e.V.
    19. KADIB – Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin
    20. LONAM – Das afrikanische Magazin
    21. Mama Afrika e.V.
    22. NIDO e.V. – Nigerian in Diaspora
    23. Nigerian Community Berlin e.V.
    24. Oromo Horn von Afrika-Zentrum e.V.
    25. PAF- Panafrikanisches Forum e.V.
    26. Pan-African Women’s Empowerment and Liberation Organization (PAWLO-Germany) e.V.
    27. Pro – Afrika e.V.
    28. Refugees Emancipation e.V.
    29. Remix e.V.
    30. Sierra Leone Community e.V.
    31. Sudanclub e.V.
    32. Sudangemeinde Berlin & Brandenburg e.V.
    33. Sunugaal e.V.
    34. Togo Act
    35. Uganda Community Berlin
    36. Umoja wa Tansania e.V.
    37. Women in Exile
    38. Afrikarat-Nord e.V.
    39. Panafrikanischer Verein Arma e.V. ( Hannover)
    40. African Muslim Union e.V. (Hannover, Hamburg, Bremen)
    41. Benkady e.V. ( Burgdorf)
    42. Balimaya Ton e.V. – Frauen aus Mali, Senegal, Niger, Guinea-Conakry, Elfenbeinküste
    ( Hamburg )
    43. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. / Hannover (ISD-Hannover)
    44. Ivorische Gemeinde in Hannover und Umgebung (Region Hannover) A.I.H.E e.V.
    45. Afrikanischer Dachverband Nord e.V. (ADV-Nord)
    46. Egbe IsedaleAti Ilosiwaju Omo Yoruba e.V.
    47. Kamerunische Gemeinschaft Hannover e.V.
    48. Hilfe für ehermalige Kindersoldaten und afrikanische Kriegsopfer e.V.
    49. Ghana Association e.V.
    50. Afrika Promotion & Projekt
    51. Pro Lufalanga e.V.
    52. AG Panafrikanismus München e.V.
    53. Afrika Bund e.V. (Hamburg)

Liste der Vorstandsmitglieder des Zentralrates der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Vorsitzender: Moctar Kamara, Gründungsvorstand des Migrationsrates Berlin Brandenburg .
Gründungsvorstand des Afrika-Rats Berlin-Brandenburg (2005-2007), und vom 2010 bis 2012 Vorsitzender
des Vereins, und Mitglied dessen aktuellen Vorstands.
Stellvertretende Vorsitzende: Dr Pierrette Herzberger Fofana, Stadträtin in Erlangen, Bayern
Stellvertretende Vorsitzende: Hadja Kaba, aktuelle Vorsitzende des Afrika-Rates Berlin Brandenburg,
Vorsitzende von Mama Afrika e.V., TAZ Pantherpreis für Engagement 2011.
Stellvertretender Vorsitzender: Abayomi Bankole, Vorsitzender des Afrikanischen Dachverband
Norddeutschland
Stellvertretender Vorsitzender: Aliou Sangaré, Vorsitzender des Afrikarat Norddeutschland
(Bremen,Niedersachsen, Sachsen-Anhalt)
Stellvertretende Vorsitzende: Marianne Ballé Moudoumbou, Stellvertretende Vorsitzende des Afrika-Rat
Berlin Brandenburg und Sprecherin der pan-afrikanischen Frauenorganisation PAWLO-Germany e.V.
Stellvertretender Vorsitzender Dr. Jean-Michel Bollo, Vorsitzender Afrika Bund e.V., Hamburg
Stellvertretender Vorsitzender: Hamidou Bouba, Mitglied im Integrationsrat Langenhagen, Niedersachsen
Stellvertretender Vorsitzender: Hamado Dipama, Arbeitskreis Panafrikanismus München, Mitglied im
AGABY, der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns.
Präsident des Aufsichtsrats: Tchilabalo, Atokora-Kpelou, Zentrum für Sozialpolitik, Bremen.