„Ein Vogelschwarm lässt sich von sich besser hören und sehen“

(Kônô, jêlen bê wuhuu fô) sagt ein Bambara-Sprichwort .

Der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V. versteht sich dazu als Dachverband,  Interessenzusammenschluss und Netzwerk  von Organisationen und Einzelpersonen der afrikanischen Diaspora in der Bundesrepublik Deutschland, um ihre Interesse auf Bundesebene zu vertreten und eine Lobby zu schaffen.

Aber Netzwerke sind keine Zufallprodukte –sie entstehen durch Bedarf, Initiative und Kooperation, sie müssen gepflegt werden und brauchen Engagement und Perspektive.

Daher lädt der Zentralrat alle afrikanischen Dachverbände ein, einen Beitrag zum Gelingen der Umsetzung der Ziele und Belangen unserer afrikanischen bzw. Schwarzen Gemeinden beizutragen- sei es durch eine einfache Mitgliedschaft, sei es durch Ausübung einer Tätigkeit in einer der Arbeitsgemeinschaften des Zentralrates.
Der Zentralrat will sich mit euch mit den ihnen schon vertrauten Themenfeldern der Integration, entwicklungspolitischen Inlandsarbeit über Afrika und der Stärkung des Selbstempowerments der Afrikaner/innen und Schwarzen in Deutschland befassen.

Wir trauen um unser Vorstandsmitglied Hadja Kitagbe Kaba

Wir trauern um Hadja Kitagbe Kaba, Mama Afrika, Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der afrikanischen Gemeinde in Deutschland.
Mit großer Trauer hat uns die Nachricht vom Tod von Frau Hadja Kitagbe Kaba, auch Mama Afrika genannt, erreicht.
Wir stehen unter großem Schock. Unsere Gedanken sind bei ihrer lieben Mutter, ihren Kindern und Enkelkindern. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl.
Frau Kaba war Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der afrikanischen Gemeinde in Deutschland und bis vor kurzem Vorsitzende vom Afrika-Rat Berlin Brandenburg.
Bekannt wurde sie über Berlin hinaus durch ihr Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dazu gründete sie den Verein Mama Afrika e.V. und erhielt dafür viele Auszeichungen online-apteekki.com.

Wir werden sie unendlich vermissen.
In stillen Gedenken.
Der Vorstand des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.:
Moctar Kamara, Berlin
Marianne Ballé Moudoumbou, Berlin
Aliou Sangare, Hannover
Hamidou Bouba, Langenhagen
Dr. Pierrette Herzberger-Fofana, Erlangen
Dr. Jean-Michel Mbolo, Hamburg
Abayomi Bankole, Hannover
Hamado  Dipama, München

Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Dachau

„,,,Am 27. Januar jeden Jahres gedenken wir aller Menschen, die von Deutschland entrechtet, verfolgt, gequält, ermordet wurden. Über 200.000 dieser verfolgten und gequälten Menschen waren zwischen 1933 und 1945 im Konzentrationslager Dachau oder einer seiner zahlreichen Außenlager inhaftiert. Sie wurden verfolgt und inhaftiert, weil sie anders dachten, anders glaubten, anders lebten, als es der Ideologie des Nationalsozialismus entsprach – oder einfach nur, weil es sie gab. Es waren Männer, Frauen, Kinder. Sie kamen aus ganz Europa. Sie stammten darüber hinaus aus vielen anderen Teilen der Welt, aus Asien wie auch – das ist in der Öffentlichkeit bis heute wenig bekannt – aus Teilen Afrikas, dem Kongo, dem Senegal und aus Eritrea. Wir gedenken der rund 41.500 Menschen, die diesen Ort nicht überlebten...“

Zentralrat beim OB Potsdam

Information 194/2015 Potsdam, 31.03.2015

(sz)

Oberbürgermeister empfängt Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde

Oberbürgermeister Jann Jakobs hat heute Marianne Ballé Moudoumbou und den Vorsitzenden des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland, Moctar Kamara, im Rathaus zu einem einstündigen Gespräch empfangen. Dabei ging es um allgemeine politische Fragen, Antirassismus-Themen und das Sinterklaas-Fest in Potsdam. Letzteres lieferte auch den Anlass zu dem Treffen.

*Wir haben uns über die traditionelle Darstellung des alljährlich stattfindenden Sinterklaas-Festes und die Historie in den Niederlanden, aber auch bei uns unterhalten*, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs.
*Und ich habe zugesichert, dass wir uns mit dem Veranstalter im Vorfeld darüber verständigen wollen, wie es in diesem Jahr weitergehen soll.* Der Oberbürgermeister habe zudem angekündigt zu prüfen, inwieweit künftig ein Antidiskriminierungspassus in die Veranstaltungsgenehmigungen eingebaut werden kann.

Im vergangenen Jahr war es erstmals zu Kritik am Sinterklaas-Fest gekommen * vor allem wegen der Darstellung des Begleiters des Sinterklaas, der *Zwarte Piet*. Der Sinterklaas ist eine Art niederländischer Nikolaus, der traditionell am 5. Dezember die Kinder beschenkt.

Mitteilung 2015


Der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland hat vor allem die Aufgabe, die politischen und soziokulturellen Belange von Menschen mit afrikanischem Hintergrund nach Außen zu vertreten. Darüber hinaus setzt er sich intensiv für die Stärkung der Integration von Menschen afrikanischer Herkunft bzw. mit afrikanischem Hintergrund das gegenseitige Verständnis von ihnen und Menschen anderer Kulturen ein.

Der aktuelle Vorstand:

– Moctar, Kamara,  Vorsitzender

– Aliou,Sangaré,   Stellvertretender Vorsitzender, Generalsekretär

– Hamidou, Bouba,   Stellvertretender Vorsitzender , Integrationspolitik

– Dr. Pierrette Herzberger-Fofana, Stellvertretende Vorsitzende, Bildungspolitik

– Dr. Jean-Michel  Mbolo, Stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister

– Hamido Dipama, Stellvertretender Vorsitzender

– Abayomi Bankole, Stellvertretender Vorsitzender

– Hadja Kaba, Stellvertretende Vorsitzende

-Dipl. Dolmetscherin/Übersetzerin Marianne Balle Moudoumbou, Stellvertretende Vorsitzende

– Tchila Atakora, Aufsichtsrat

Decolonize Deutschland!

25.2.2015        Pressemitteilung des Komitees für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB), des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland und solidarischer NGO

Decolonize Deutschland!

Zentrale Abschlussveranstaltungen zum 130jährigen Gedenken an die Berliner Afrika-Konferenz am 28. Februar in Berlin: Deutschlands afrikanische/Schwarze Community und solidarische Organisationen fordern symbolische und materielle Reparationen für Kolonialismus, Versklavung und rassistische Gewalt  

Heute vor 130 Jahren ging die vom deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck nach Berlin einberufene Kongo- oder Afrika-Konferenz (15.11.1884 -26.02.1885) zu Ende. Auf der Konferenz einigten sich das Deutsche Reich, die USA, das Osmanische Reich und europäische Mächte wie Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien und Schweden-Norwegen darauf, Afrika – wie einen Kuchen – aufzuteilen.

Moctar Kamara , Vorsitzender der Zentralrates der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, erklärt dazu: „Der 26. Februar wäre der Tag, an dem die Bundesregierung zur kritischen Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus und Rassismus beitragen könnte. Stattdessen fördert sie – vor allem mit ihrer Leugnung des Genozids an den Herero und Nama und der Kolonialverbrechen in Tansania, Ruanda, Togo und Kamerun – die kollektive Verdrängung der Kolonialgeschichte in diesem Land.“

Offener Brief an Herrn Dr. Phillip Lengsfeld – Betr. M-Strasse Berlin

Briefkopf des ZAGDs

Moctar Kamara
Vorsitzender
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
Berlin, 26.01.2015

An Herrn Dr. Philipp Lengsfeld
MdB,

Per Mail

Betr.: Ihre Stellungnahme vom 22.01.2015 bzgl. der Berliner M-Straße
Sehr geehrter Herr Dr. Philipp Lengsfeld,

als ich Ihre Stellungnahme bezüglich der Ansage der M-Straße durch Dieter Hallervorden im „Tagesspiegel“ gelesen habe, habe ich zuerst gedacht, Sie wären falsch zitiert worden. Ich habe dann Ihre Webseite besucht und das Original Ihrer Pressemitteilung gelesen. Zuerst eine kleine Richtigstellung: Herr Dieter Hallervorden wurde niemals von postkolonialen Aktivisten und Aktivisten der Schwarzen Community zum Verantwortlichen für den Namen M-Straße gemacht, wie Sie schreiben. Herr Hallervorden hat vor zwei Jahren die rassistische Praxis von Black Facing in seinem Theaterstück „Ich bin nicht Rappaport“ wiederbelebt. Für die afrikanische und Schwarze Community in Deutschland ist eine Person, die rassistische Klischees bzgl. Schwarzer Menschen verbreitet, noch weniger als jeder andere geeignet, einen diskriminierenden Straßennamen anzusagen. Es ist, als ob Herr Hallervorden nun auch noch einen Preis bekäme für seine fragwürdige Haltung bzgl. Black Facing